Tierarztpraxis Bitsch Renchen
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Kamera läuft...

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Kamera läuft: Warten auf das erste Fohlen auf der RSA

Die Reitsportanlage Renchen hat ja nun schon immer zwei extra große Boxen mit Paddock, die Luxussuiten oder auch Überwachungsboxen. Sie sind so groß, weil sie als Abfohlboxen für werdende Pferdemamas gebaut wurden. Sie sind beide mit Infrarotleuchten und einer Nachtsichtkamera ausgestattet, damit man auch nachts den Überblick behält.

6 Jahre mussten diese Boxen nun auf ihre wahre Bestimmung warten.

 

Seit dem 8. März steht endlich eine werdende Mama darin:

„HQM Dunit Graceolena“ oder einfach nur „Rinchen“ genannt. Eine hübsche braune Stute, der man den Opa „Hollywood dun it“ am Köpfchen schon ein wenig ansieht. Der andere Opa ist „Smart Chic Olena“, womit die 8-jährige Stute zwei der Top-Vererber in der Westernszene vereint. Damit ist sie auch die Cousine von „Magic“, „Cowboy“, „Chicco“, „Pierce“, „Prince“ und „Linus“. Sie trifft bei uns also auf jede Menge Verwandtschaft. Vermutlich hat sie sich deshalb schon so gut eingelebt und brummelt die Jungs von ihrem Paddock aus morgens schon an, wenn sie an ihr vorbei in die Führanlage marschieren.

 

Wenn sie da draußen auf dem Paddock die Sonne genießt, kann man das Kleine ordentlich toben sehen.

 

Woher kommt „Rinchen“ denn nun aber? Heute gehört sie unserem neuen Trainer Ralf Hesselschwerdt. Sie hat allerdings einige Umwege gemacht.

 

Geboren wurde sie am 6. Mai 2006 bei der Züchterin Elke Schäfer-Möller. Ihre erste Besitzerin kaufte sie schon recht jung und wollte sie ganz behutsam an das Westernreiten heranführen. Sie hatte damals noch Unterricht bei Ralf Hesselschwerdt, der sie dabei begleiten sollte. Die Ausbildung begann mit solider Bodenarbeit, die leider ein jähes Ende nahm, als die Besitzerin durch einen Unfall nicht mehr mit den Pferden arbeiten konnte.

So kam es, dass Rinchen noch einmal Pause hatte und dann über Umwege Ralf zum Kauf angeboten wurde. Ralf wusste um das Potential und das Wesen der Stute. Er wollte zu der Zeit eigentlich selbst ein Fohlen kaufen und entschied sich dann stattdessen „Rinchen“ weiter auszubilden und sie dann sein „Traumfohlen“ austragen zu lassen.

So kam es, dass „Rinchen“ von „Dreamin bout Chic“ einem Hengst in der Farbe buckskin gedeckt wurde. Die beiden mochten sich sehr und verbrachten eine ganze Woche miteinander. Das macht es uns nun auch nicht so leicht, den Geburtstag des Fohlens vorherzusagen. Da Stuten ja ohnehin immer ein großes Geheimnis um die Geburt ihrer Babys machen und eine Tragzeit von 335 bis 342 (+15-25) Tagen haben können, ist dies immer wieder Anlass zum Abschluss von Wetten in einer Stallgemeinschaft. Die ersten haben ihre Wetten (um eine Runde Eis für alle) bereits verloren, da der erste mögliche Geburtstermin schon der 1. April war.

 

Es bleibt also spannend und „Rinchen“ macht es auch spannend. Wenn wir nachts auf den Monitor schauen und sie unruhig wird oder sie sich zum Schlafen hinlegt, dann steigt bei uns natürlich gleich der Adrenalinspiegel. Es ist alles vorbereitet und eigentlich geht bei Pferden auch kaum mal etwas schief; aber im Gegensatz zum Kalb hat das Fohlen nur wenig Zeit zum Geborenwerden, da sich die Plazenta sehr rasch nach Geburtsbeginn ablöst und somit die Versorgung zur Mama unterbrochen wird. Wie auch in der Steppe, wo das Fohlen gleich nach der Geburt schon in der Lage sein muss mit der Herde zu flüchten, so muss es gleich zu Anfang seines Lebens flink sein beim „Entkommen“ aus der Sicherheit der Mama. Nach spätestens 30 Minuten sollte es im Stroh liegen. 5 Minuten später sollte es den Kopf heben und die Umgebung wahrnehmen können. Schon nach 60 Minuten sollte stehen und sich auf die Suche nach der wichtigen „Milchbar“ machen können.

 

Nun heißt es also warten….. wir sind gespannt!


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